AGADEZ – OTTENSHEIM

NIGER

Die Verbindung zwischen Agadez und Ottensheim entwickelte sich aus dem Projekt „Maibaum für Agadez“, welches von zwei Grundideen getragen wird.

1. Mit der durch den verkehrt in die Erde gesteckten Maibaum visualisierte Achse nach Afrika/Niger soll beispielhaft ein Teil unserer Erde mit all seiner kulturellen Vielfalt ins Blickfeld gerückt werden. Durch direkten Kontakt soll „Entwicklungshilfe“ in zwei Richtungen – im Sinne von voneinander lernen – entstehen. (Vor)Urteile sollen durch umfassendes Begreifen der anderen Welt kritisch überprüft werden. Es soll Kommunikation auf gleicher Augenhöhe von Ort zu Ort, von Region zu Region geben.

2. Das Objekt Maibaum für Agadez soll weiters die wenig oft reflektierte Form der derzeit praktizierten Entwicklungspolitik ironisch abbilden. Oft wird Entwicklungshilfe mit Exportförderung verwechselt. Auserwählte Länder werden unter großem PR-Getöse mit Ladenhütern unserer Zivilisation beglückt, die so viel zur Lösung beitragen wie ein bunt geschmückter Maibaum.
Die Maibaum-Aktion wurde von diversen Kleinprojekten begleitet. In Kooperation mit dem Kompetenz.zentrum Agadez wurde die Jugendgruppe AKARAS beim Aufbau einer Vorschulgruppe unterstützt, im Rahmen des Projektes „Fremdes über brücken“ tauschten Jugendliche Kurzfilme und lernten das Leben der Anderen in Ottensheim und Agadez kennen. Weiters wurden Zeichnungen zwischen der Hauptschule Ottensheim und einer Lerninitiative in einem Außenbezirk von Agadez getauscht. Zudem unterstützt die IGWelt Ottensheim das Kompetenz.zentrum in Agadez. Das Kompetenz.zentrum ist Ergebnis von jahrelangem Engagement und interkulturellen Kooperationen. Initiiert vom Kulturverein ART.E-AGADEZ finden Projekte im Bereich Bildung, Gesundheit, Frauenförderung, Ökonomie, Ökologie, Kunst und Kultur durch das Kompetenz.zentrum einen fruchtbaren Rahmen. Hier können Kompetenzen erworben werden, da Zugang zu Information und Fertigung besteht. In einem Teilbereich des Kompetenz.zentrums hat die IGWelt die Lohnkosten einer Lehrerin für Schneiderei übernommen. Bekanntlich sind weite Teile des afrikanischen Kontinents mit erschwerten Bedingungen konfrontiert: das Ungleichgewicht der Weltwirtschaftslage, die klaffende Schere zwischen Arm und Reich durch Raubbau an den reichen Ressourcen, ethnische Konflikte, Bildungs- und Versorgungsdefizite, unkoordinierte Interventionen staatlicher und nicht-staatlicher Organisationen, Solidarität mit den Menschen und die bestehende Innovationskultur der Tuareg zu fördern, sind Motivation unserer gemeinsamen Sache.

Jahresbericht 2016/17

IGWelt unterstützt dieses Projekt seit 2008 € 15.800.-

Kontakt: Mag. Franz Wielend aus Ottensheim in Agadez,
Eva Gretzmacher aus Wien/ Agadez in Ottensheim

Niger: 1267000km², 12 Mio Einwohner